Dünndarmmetastase eines Merkelzell-Karzinoms

Die rund 8 cm große echoarme perfundierte Raumforderung wird von einem Gasreflex durchzogen. Die Oberfläche ist unregelmäßig. Freie Flüssigkeit oder eine echoreiche Umgebungsreaktion liegen nicht vor.

Die Anamnese läßt einen Einbruch in das Darmlumen bei Dünndarmmanifestation des Merkelzell-Karzinoms annehmen, einem seltenen neuroendokrinen kutanen Tumor wohl onkoviraler Genese. In Untersuchungen alter Histologiepräparate der Universität Graz fand sich die Krankheit erst ab den 1960er Jahren. Der Tumor ist aggressiv, der Primarius wird gelegentlich nicht gefunden.

Da keine Kontrastmittelsonografie zur Verfügung stand, wurden weitere Metastasen im MRT ausgeschlossen. Ob der Tumor ein Lymphknotenkonglomerat, ein mesenteriales Gewächs oder eine Darmschlinge darstellt, war im MRT nicht zu unterscheiden, da eine prästenotische Darmdilatation nicht vorlag. Die bandförmigen Gasreflexe im Ultraschall dagegen beweisen, dass es sich um Darm handelt. Hier ist die Sonografie mit der höheren Auflösung im Nahfeld dem bewegten Bild und der freien Schnittführung deutlich im Vorteil.

Der Befund wurde operiert, histologisch bestätigte sich der Verdacht.

 

 

Warum wurde die Diagnose nicht früher gestellt? 


1. Für Blutungen gilt die Endoskopie als zuverlässigste Methode

2. Sonografiert wurde notfallmäßig mit Fokus auf Blutungskomplikationen wie freie Flüssigkeit

3. Es wurden Oberbauchsonografien durchgeführt

 

Um diesen Tumor zu finden, bedurfte es keiner Expertise. Allein ein kurzen Durchmustern des gesamten Abdomens hätte dem Patienten einige Untersuchungen ersparen können. Wir sollten bewußt den Terminus "Oberbauchsonografie" verlassen und uns zumindest die orientierende Untersuchung des gesamten Abdomens zur Gewohnheit machen. 

 

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