Pneumothorax nach Pleurapunktion

Die Pfeile zeigen auf den Pleuraspalt. Dort findet durch darunterliegende Luft eine totale Schallauslöschung statt. Das Muster ist jedoch grundverschieden.

Auf der linken Seite sieht man die normale Pleura, gekennzeichnet durch ein echoarmes Band zwischen Brustwand und Lunge. Die Oberfläche ist minimal wellig, das Auslöschartefakt zeigt eine longitudinale Streifung. Im bewegten Bild sah man die Atemexkursion als horizontale Bewegung.

Auf der rechten Seite fehlt die echoarme Grenzschicht, es finden sich jedoch zahlreiche horizontale Wiederholungsartefakte (wäre gut sichtbar im M-Modus), in doppelter Schallkopfentfernung spiegelt sich der Pleuraspalt erneut, auch ein Artefakt. Im bewegten Bild (s. u.) bleibt diese Lufthaube reglos - hier liegt ein Pneumothorax vor.

 

Leider wird aus Unkenntnis vielerorts auch heute noch durch Thoraxröntgen Stunden post punctionem ein Pneumothorax auszuschließen versucht. Das ist überflüssig und im Sinne der Strahlenschutzverordnung höchst fragwürdig. Strahlung darf nur bei fehlenden Alternativen angewandt werden.

Bereits nach Beendigung der Punktion manifestiert sich ein Pneumothorax sonografisch in der o. g. Weise. Findet man keine Luft im Pleuraspalt, ist ein Pneu mit der gebotenen Sicherheit ausgeschlossen - die Sensitivität ist deutlich höher als im Röntgen.

Qualitativ ist Ultraschall hochsensibel, für die quantitativen Aussagen bei bewiesenem Pneu braucht's das Röntgen doch :-(

Zumeist resorbiert sich solch ein Pneu aber spontan und folgenlos.

 

                     -> zur Fragestellung

 

Die Pneumothoraxdiagnositk ist eine neue Domäne für den M-Modus. Die streng horizontale Streifung der Artefaktlinien gemeinsam mit der Unbeweglichkeit des Pleurareflexes sind die Zeichen des Pneu.