Großes Nierenzellkarzinom

Nierenkrebs im Ultraschall Nierenlängsschnitt

Deutlich erkennbar ist in der linken Bildhälfte (oberes Bild) die recht homogene runde Raumforderung. Das Nierengewebe bricht nahe der Bildmitte ab. Im unteren Bild die zweite Ebene. 

 

Ich habe dem Patient erklärt, dass er ein gegenüber dem Diabetes vorrangiges Problem hat, ein durch Verkettung glücklicher Umstände entdecktes großes Nierenzellkarzinom. Unter Einsatz von Kontrastverstärkern wurden Filiae der Leber, Lymphome und ein Einbruch in die Nierenvenen ausgeschlossen. 

Natürlich war der Patient geschockt und trotz unserer hoffnungsfrohen Einschätzung der Prognose ob seiner Lebenserwartung besorgt.

Wie der Zufall so spielt: Der nächste im Ultraschall, ein 65jähriger Patient, hatte rechts keine Niere mehr. Wie er mir sagte, sei sie ihm vor 20 Jahren wegen eines zufällig entdeckten Nierenzellkrebses entfernt worden, Beschwerden hatte er seither keine mehr. Nach einem vermittelten Gespräch der beiden Männer stieg die Stimmung wieder, die Operation lief glatt. Einige Monate später kam der Patient dankbar bei uns vorbei - nachdem er der Reihe nach Ehefrau, Optiker, Augenärztin und Hausarzt bereits gedankt hatte. 5 Jahre sind seither bei bester Gesundheit vergangen.

 

Das Nierenzellkarzinom hat durch die Verbreitung des Ultraschalls eine deutliche Prognosebesserung erfahren. War einst die Hämaturie Leitsymptom - dann im fortgeschrittenen Stadium, führt heute oft ein sonografischer Zufallsbefund zur rechtzeitigen Diagnose. Eine weitere Bildgebung ist nicht sinnvoll. Das MRT ist an der Niere ohnehin nur von nachgeordneter Bedeutung, ein CT kann über den Nachweis von Fettgewebe ein Angiomyolipom nachweisen. Im vorliegenden Fall sind Tumorgröße und Beschaffenheit sowie der "Aufbrauch" des oberen Nierenpols maligner Indiz genug.

 

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