Splenose

Auch uns war die Dignität der Läsion nicht klar. Deskriptiv handelt es sich um eine ovaläre homogene wenig perfundierte hypoechogene intrahepatische  Läsion. Eine Nebennierenraumforderung ist nicht anzunehmen, da die Leberkapsel nicht von der Läsion imprimiert wurde. Im Kontrastmittelultraschall zeigte sich eine homogene An- und Abflutung, letzteres gegenüber der Leber vorzeitig. Das läßt auf leberfremdes Gewebe schließen.

Eine Infiltration der Leber durch ein Lymphom ist häufig kleinnodulär und multifokal. Für einen Lymphknoten ist die Lokalisation untypisch. Wir führten eine Punktion des Herdes durch, die normales Milzgewebe zeigte.

 

Es handelte sich um eine Splenose. Man vermutet, dass bei Splenektomien durch Kapselverletzungen Milzzellen in die Zirkulation gelangen und sich im abhängigen Venensystem festsetzen. Dieses Gewebe hypertrophiert dann. Auch intrapankreatisch können solche Läsionen auftreten (De Roberto R et al, Ultraschall in Med 2014, 35, 72ff) und differenzieldiagnostisch erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Im Zweifelsfalle wird die histologische Klärung anzustreben sein.

 

Frage und Bilder