Intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie im Pankreas (IPMN)

Jahre übersah man, dass keine Zysten, sondern ein massiv erweiterter Gang vorliegt. Dies führt ein Problem der MRT- und CT-Untersuchungen vor Augen, bei der stehende Schnittbilder gewonnen werden, die der unerfahrene Befunder nicht zu einem dreidimensionalen Bild zusammenfassen kann. Computertomografie und MRT sind "überraschenderweise" stark untersucherabhängig!

Daher wurde hier übersehen, dass die vermeintlichen Zysten miteinander verbunden sind. Für die Sonografie mit ihrer freien Schnittführung ein unproblematisch zu erhebender Befund.

 

So zeigt sich hier das typische Bild einer intraduktalen papillär-muzinösen Neoplasie vom Hauptgangtyp. Diese ist als Präkanzerose zu sehen, auf dem 2. Bild kann man einen solide Läsion im Hauptgang erkennen, möglicherweise ein Karzinom.

 

Die Therapie der Hauptgang-IPMN und der ausgedehnten Nebengang-IPMN ist die chirurgische Resektion. Im vorliegenden Fall hat man aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes von einer Operation abgesehen.

Eine gute Einführung zum Thema bildet folgender Artikel

 

intraduktale papillär muzinöse Neoplasie des Pankreas IPMN Stark erweiterter Gang mit Kaliberunregelmäßigkeiten
Intraductal Papillary Mucinous Neoplasia (IPMN) of the Pancreas Solide Anteile im D. wirsungianus

Die Recherche (Motto eines früheren Chefs: Endokrinologie ist Archäologie) ergab folgende sehr ernüchternde Befunde:

 

ERCP 2007
Im Kopfbereich sind die ersten 20mm des Pankreasganges nur mäßig erweitert, keine sicher nachweisbare Stenose. Dann im Kopf-Korpusbereich massive Erweiterung des Pankreasganges auf der gesamten Länge auf max. 12mm. Verzögerter Abfluss.
Diagnose
Erweiterung des Pankreasganges bei V.a. intraduktuläres mucinöses Zystadenom.


EUS 2006
Endosonographisch zeigt sich im Bereich des Pankreas-Corpus/Caput eine zystische
Struktur, die eine Größe von ca. 2 cm aufweist. Diese zystische Struktur lässt sich im Verlauf verfolgen und wird zu einem Gang, der am ehesten den Pankreasgang darstellt. Duplexsonographisch zeigt sich über dieser zystischen Struktur kein Signal. Am ehesten handelt es sich bei der RF um eine massive, zystische Erweiterung des Pankreasganges.
Diagnose
V.a. massive, zystische Erweiterung des Pankreasganges

Sono 2006

Der Pankreaskopf ist gut zu beurteilen. Er ist nicht vergrößert. Das Korpus ist gut zu beurteilen. Er ist nicht vergrößert. Der Schwanz ist gut zu beurteilen. Eine Verbreiterung wird nicht sichtbar. Der Pankreasgang kommt mit einer Weite von 7 mm zur Darstellung. Am Übergang vom Pankreaskopf zum Corpus finden sich zwei Raumforderungen (i ein 11mm messender Rundherd (Vorbefund 7mm)- DD Zyste, DD Lymphknoten; ii. eine 20x14x25mm messende (Vorbefund 17x10mm), heterogene (gemischt echoarme und isoechogene) Raumforderung - DD NPL. Im Pankreasschwanz zeigen sich zwei weitere echofreie Raumforderungen 8 und 9mm - DD Zysten, DD Lymphknoten.

Sono 2005

Am Übergang zwischen Pancreaskopf -und Korpus stellen sich zwei unregelmäßig abgrenzbare zystische RF (7x5mm bzw. 17x10mm) mit V.a. Pancreaszyste DD: Zystadenokarzinom Zystadenom. Kein Nachweis von Lymphknoten im Bereich Pancreas/Leber.

 

 

Bereits 2005 bestand also schon der sonografische Verdacht auf eine potenziell maligne Erkrankung. Die notwendigen Folgeuntersuchunge einschließlich ERCP erfolgten. Danach geriet die Krankheit in Vergessenheit. Ungeeignete Untersuchungs–verfahren führten dann im Verlauf zur Fehldiagnose "Pankreaszysten"

 

Zur Frage