Sepsis durch Karzinom der linken Colonflexur

Antibiotika assoziierte Colitis im Gefolge

Die ersten Bilder zeigen eine mäßige Wandverdickung des Sigmas mit erhaltener Wandschichtung und eine echogene Umgebungsreaktion der Netzes (Pannikulitis). Dies sind Zeichen der Darmentzündung mit Übergreifen auf die intraperitonealen Strukturen.

In Kenntnis der vorangegangenen Antibiotikagabe liegt die Diagnose pseudomembranöse Colitis nahe.

 

 

Bleibt nur noch die Frage, warum es zur Sepsis mit E. coli kam. Die zweite Sonografie zeigt eine lobuliert wirkende echoarme Struktur von 9x8cm Größe im Milzhilus. Oberflächlich betrachtet könnte die Struktur als Niere durchgehen. Dummerweise findet sich selbige etwas "südlich". Dem aufmerksamen Beobachter entgeht nicht, dass die echoarme Struktur von echoreichen Bändern durchzogen wird - Gasreflexe, die auf ein Hohlorgan hindeuten. Verfolgt man diese Struktur, erkennt man schnell: es handelt sich um das Colon.

Colontumor linke Flexur
Niere links

Somit führte das fortgeschrittene Colonkarzinom zu einer bakteriellen Aussaat ins Blut. Die Sepsis wurde erfolgreich mit Antibiotika behandelt, auf Kosten einer Fehlbesiedelung des Sigmas.

Da der Patient nie notwendige Spülösung nicht trinken konnte und wollte, war eine Koloskopie nicht möglich. In der Sigmoideoskopie war die Sigmaschleimhaut nach 1 Woche Behandlung unauffällig, der Prozess wegen persisiterender Verschmutzung aber nicht erreichbar. Der Patient lehnte eine Operation ab.