Läuse und Flöhe

Mikrozystisches seröses Zystadenom des Pankreas und  aggressives diffus großzelliges B-Zell Non-Hodgkin-Lymphom in der Milz

Schon im Grauwertbild unterscheiden sich die beiden Tumore erheblich in ihrer Echogenität und in ihrem Verteilungsmuster. In der Milz echoarm dem Gefäßbaum folgend, was sich im Duplex bestätigt, die Kontur der Milz achtend, aber im Organ bizarr begrenzt. Das läßt in erster Linie an ein hochmalignes Lymphom denken. Daher die Rücksprache mit dem Hämatoonkologen, denn hier wäre die Operation nicht erste Wahl.

Die glatt begrenzte Pankreasraumforderung hingegen zeigt ein kompaktes Parenchymmuster mit relativ kräftiger Perfusion, was ein Adenokarzinom de facto ausschließt. Die CT-Befundung vermutete einen Frantztumor, sonografisch ist das ohne zystische Strukturen nicht zu vermuten. Ein Lymphom sollte auch im Pankreas echoarm aussehen.

Nun scheint es ratsam, bei zwei eng aneinander liegenden Läsionen eine gemeinsame Genese zu postulieren. Die Kontrast-Sonografie hat mich eines besseren belehrt.

In der Milz kommt es zu einer raschen kräftigen Perfusion mit umschriebenen Aussparungen, die Nekrosen entsprechen dürften. Wenige Sekunden später beginnt eine recht rapide Kontrast-Auswaschung.

Im Pankreas hingegen kommt die Kontrastanflutung nicht ganz so abrupt, vor allem aber bleibt die homogene, nekrosefreie Kontrastierung auch nach deutlich über 1 min bestehen.

 

Daher habe ich ein Lymphom der Milz und einen gut differenzierten neuroendokrinen Tumor des Pankreasschwanzes diagnostiziert. Teil eins war richtig, Teil zwei nicht: Es handelte sich um ein mikrozystisches seröses Zystadenom. Ein Tumor ohne Entartungstendenz, der üblicherweise sichtbare Zysten trägt. Gelegentlich sind diese so klein, dass sie dem Nachweis entgehen. Rückblickend ist die fehlende Auswaschung auch für neuroendokrine Tumore atypisch. Die Unklarheit bezüglich Dignität wäre dennoch geblieben, die Operation war  gerechtfertigt.

 

Im Gegensatz zu dem hier gezeigten hochmalignen Lymphom  haben niedrig maligne typischerweise ein diffuses Befallsmuster. Siehe hierzu Mai 2012